Eternitdach und Asbest – so erkennen Sie es

Eternitdach und Asbest – so erkennen Sie es

Eternitdächer sind in vielen deutschen Wohngebieten ein vertrauter Anblick. Die grauen, gewellten Platten wurden jahrzehntelang für Einfamilienhäuser, Garagen und Scheunen verwendet – und viele davon liegen noch heute. Doch ältere Eternitplatten können Asbest enthalten – einen Stoff, der inzwischen verboten ist, weil er gesundheitsschädlich ist. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man ein asbesthaltiges Dach erkennt, besonders wenn eine Sanierung oder ein Austausch ansteht.
Hier erfahren Sie, woran Sie ein asbesthaltiges Eternitdach erkennen und was Sie beachten sollten, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Dach Asbest enthält.
Was ist Eternit – und warum war es so beliebt?
Eternit ist ein Markenname für Faserzementplatten, die ursprünglich aus einer Mischung von Zement und Asbestfasern hergestellt wurden. Asbest machte das Material besonders stabil, leicht und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit und Feuer. Deshalb war es von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre ein beliebtes Baumaterial in Deutschland.
Seit 1993 ist die Verwendung von Asbest in Deutschland vollständig verboten. Bereits in den 1980er-Jahren begann man, asbestfreie Faserzementplatten mit Zellulosefasern herzustellen. Diese modernen Platten sind gesundheitlich unbedenklich – doch viele ältere Dächer aus der Zeit davor enthalten noch Asbest.
So erkennen Sie ein asbesthaltiges Eternitdach
Mit bloßem Auge ist es oft schwer zu unterscheiden, ob ein Dach Asbest enthält. Es gibt jedoch einige Hinweise, die Ihnen helfen können:
- Baujahr oder Verlegejahr: Wurde das Dach vor 1993 (bzw. vor Mitte der 1980er-Jahre) verlegt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es Asbest enthält.
- Plattentyp und Größe: Ältere asbesthaltige Wellplatten (z. B. Typen B5 oder B6) sind meist kleiner als die neueren asbestfreien Varianten.
- Kennzeichnung auf der Rückseite: Auf der Rückseite vieler Platten finden sich Stempel oder Prägungen. Steht dort „Eternit“ ohne Zusatz oder mit Typenbezeichnung wie „B5“, ist Vorsicht geboten. Neuere, asbestfreie Platten sind häufig mit „NT“ (Neue Technologie) oder „AF“ (asbestfrei) gekennzeichnet.
- Oberfläche und Farbe: Alte Platten wirken oft rau, porös und unregelmäßig, während neuere asbestfreie Platten glatter und gleichmäßiger erscheinen.
Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie eine Probe von einem Fachlabor untersuchen lassen. Eine Baufachkraft oder ein zugelassenes Labor kann feststellen, ob Asbest enthalten ist.
Warum ist Asbest gefährlich?
Asbest ist in fest gebundener Form zunächst ungefährlich. Das Risiko entsteht, wenn die Platten beschädigt, gebohrt, gesägt oder mit Hochdruck gereinigt werden. Dann können winzige Asbestfasern freigesetzt werden, die beim Einatmen in die Lunge gelangen. Diese Fasern können schwere Krankheiten wie Asbestose, Lungenkrebs oder Mesotheliom verursachen – oft erst Jahrzehnte nach der Exposition.
Deshalb gilt: Arbeiten an asbesthaltigen Materialien dürfen nur von Fachbetrieben mit entsprechender Zulassung und Schutzausrüstung durchgeführt werden.
Was tun, wenn Ihr Dach Asbest enthält?
Wenn Ihr Dach Asbest enthält, besteht kein unmittelbarer Handlungszwang, solange die Platten unbeschädigt und stabil sind. Dennoch sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten:
- Keine Eigenarbeiten – Bohren, Sägen oder Schleifen ist tabu.
- Nicht mit Hochdruck reinigen – das kann Asbestfasern freisetzen.
- Fachbetriebe beauftragen – nur zugelassene Unternehmen dürfen asbesthaltige Materialien entfernen oder entsorgen.
- Richtige Entsorgung – Asbestabfälle müssen als gefährlicher Abfall behandelt und auf speziellen Deponien entsorgt werden. Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrer Kommune oder dem örtlichen Entsorgungsbetrieb.
Sanierung und Austausch – sicher und gesetzeskonform
Wenn Sie Ihr altes Eternitdach ersetzen möchten, wenden Sie sich an einen Dachdeckerbetrieb mit Erfahrung in der Asbestsanierung. Diese Fachleute sorgen dafür, dass die Arbeiten gemäß der Gefahrstoffverordnung und den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 519) durchgeführt werden.
Viele Hausbesitzer entscheiden sich heute für moderne, asbestfreie Faserzementplatten. Sie sehen den klassischen Eternitplatten ähnlich, sind aber langlebiger, umweltfreundlicher und gesundheitlich unbedenklich. Gleichzeitig kann eine Dachsanierung die Energieeffizienz Ihres Hauses verbessern.
Ein sicheres Dach – und ein gesundes Zuhause
Eternitdächer gehören zur deutschen Baugeschichte, doch ältere Varianten erfordern besondere Aufmerksamkeit. Wer weiß, wie man asbesthaltige Platten erkennt und richtig damit umgeht, schützt nicht nur seine Gesundheit, sondern auch die seiner Familie und Nachbarn.
Wenn Sie Zweifel haben, lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten – das ist die sicherste Investition in Ihr Zuhause und Ihre Gesundheit.

















